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Martina Harreckers bayerische Schoko-Nuss-Torte für besondere Anlässe

Hand nimmt ein Stück mehrschichtige Schokoladentorte mit Nüssen aus einer dekorierten Torte auf einem Kuchenteller.
In diesem Artikel
  1. Die bayerische TV-Torte, die das Publikum immer wieder bäckt
  2. Was in der Schoko-Nuss-Torte steckt
  3. So wird die Schoko-Nuss-Torte in der Sendung zusammengesetzt
  4. Der glänzende Schoko-Nuss-Mantel
  5. Warum diese Torte ideal zum Vorbereiten ist
  6. Was Bäckerinnen und Bäcker aus Grossbritannien und den USA wissen sollten

An einem kalten bayerischen Nachmittag schlägt eine Hobbybäckerin Eier auf und lässt Schokolade schmelzen – aus einfachen Nüssen entsteht dabei etwas unaufgeregt Aussergewöhnliches.

Diese Schoko-Nuss-Torte der bayerischen Konditoreiexpertin Martina Harrecker ist im deutschen Fernsehen zum Publikumsliebling geworden. Dunkler Boden, geröstete Nüsse und ein glänzender Schokoladenüberzug, der unter der Gabel fein bricht, ergeben zusammen ein besonders stimmiges Gebäck.

Die bayerische TV-Torte, die das Publikum immer wieder bäckt

Das Rezept stammt aus „Wir in Bayern“, der langjährigen Nachmittagssendung des Bayerischen Rundfunks BR, in der regelmässig regionale Küche vorgestellt wird. Als Harrecker ihre Schoko-Nuss-Torte präsentierte, war die Resonanz sofort da. Das Online-Rezept erhält von Hobbybäckerinnen und Hobbybäckern viele gute Bewertungen und landet zunehmend auf Familientischen, bei Geburtstagsfeiern und auch zum Valentinstag.

„Bei dieser Torte dreht sich alles um Schichten: dunkler nussiger Boden, seidige Nuss-Buttercreme und eine knackende Schokoladenglasur.“

Anders als viele hoch aufragende Kreationen aus der Patisserie ist dies eine einzelne Torte mit 26 Zentimetern Durchmesser, die für echte Haushaltsküchen gedacht ist. Die Zutaten gibt es in den meisten europäischen Supermärkten, und die Zubereitung hat gerade genug Anspruch, um besonders zu wirken, ohne abzuschrecken.

Was in der Schoko-Nuss-Torte steckt

Ein Boden, bei dem Nüsse das Mehl ersetzen

Die Grundlage bildet ein dunkler, biskuitähnlicher Boden, der überwiegend mit gemahlenen Nüssen statt mit Weizenmehl zubereitet wird. Sieben Eier werden getrennt. Die Dotter schlägt man dickcremig auf, während das Eiweiss mit Zucker und etwas Salz zu weichen, glänzenden Spitzen aufgeschlagen wird.

Geschmolzene dunkle Kuvertüre wird behutsam erwärmt und anschliessend mit den aufgeschlagenen Dottern vermengt. Dazu kommen fein gemahlene Mandeln, geröstete gemahlene Haselnüsse sowie eine kleine Menge Stärke, die den Grossteil des sonst üblichen Mehls ersetzt. Erst zum Schluss wird die luftige Eiweissmasse vorsichtig untergehoben, damit möglichst viel Volumen erhalten bleibt.

Der Teig wird in einem Ring mit 26 Zentimetern Durchmesser bei 160 °C Umluft ungefähr 40 Minuten gebacken. Nach dem vollständigen Auskühlen – idealerweise über Nacht – lässt sich der Boden stabil und sauber in drei gleichmässige Lagen teilen.

„Wenn der Boden über Nacht ruhen darf, entwickeln sich die Nussaromen besser, und die Schichten lassen sich deutlich leichter schneiden.“

Die Nuss-Buttercreme als verbindendes Element

Für die Füllung wird eine klassische deutsche Buttercreme verwendet, die durch Nussmus mehr Tiefe erhält. Zuerst entsteht ein einfacher Pudding aus Milch, Zucker, Stärke – oder Vanillepuddingpulver – und einem Eidotter. Die Masse wird bis zur Bindung erhitzt und dann in einer sauberen Schüssel bei Raumtemperatur abgekühlt; auch sie sollte idealerweise bereits am Vortag vorbereitet werden.

Weiche Butter wird mit Staubzucker luftig aufgeschlagen. Danach arbeitet man den ausgekühlten Pudding nach und nach ein, sodass eine helle, lockere Creme entsteht. Nun gibt Harrecker entweder Haselnuss- oder Mandelmus dazu, also eine glatte Paste aus gerösteten Nüssen. Das Mus sorgt ohne zusätzlichen Zucker für intensives Aroma und natürliche Süsse.

  • Milch und Stärke geben der Creme Struktur und Leichtigkeit.
  • Butter liefert Reichhaltigkeit und Standfestigkeit.
  • Nussmus bringt Aroma und einen langen, befriedigenden Nachklang.

So entsteht eine Creme, die sich sauber aufspritzen lässt, im Kühlschrank fest wird und auf der Zunge dennoch geschmeidig schmilzt.

So wird die Schoko-Nuss-Torte in der Sendung zusammengesetzt

Schichten für Geschmack und Stabilität

Nachdem der Boden geruht hat, wird er waagrecht in drei Scheiben geschnitten. Die erste Lage kommt wieder in einen Tortenring. Darauf wird ein Drittel der Nuss-Buttercreme gestrichen und mit gerösteten, gehackten Nüssen oder Mandeln bestreut.

Anschliessend folgt die zweite Bodenscheibe, und der Vorgang wird wiederholt. Die letzte Lage wird aufgelegt und nur sehr dünn mit Creme bestrichen, gerade so viel, dass die Oberfläche ausgeglichen wird. Eine Folie zum Backen legt man auf die Oberseite, bevor die Torte mit einem Blech oder einem flachen Brett leicht angedrückt wird. Durch diesen sanften Druck setzen sich die Schichten, und die Creme verteilt sich gleichmässiger.

Danach muss die Torte mindestens vier Stunden im Kühlschrank durchkühlen. Die übrige Creme bleibt ebenfalls kühl und wird später verwendet, um Seiten und Oberseite gleichmässig und dünn einzustreichen – als Vorbereitung für die Glasur.

Schritt Was passiert Warum es wichtig ist
Backen Nussboden wird gebacken und ausgekühlt Schafft eine stabile Grundlage, die sich gut schneiden lässt
Füllen Drei Lagen werden mit Nuss-Buttercreme geschichtet Sorgt für Feuchtigkeit und Geschmack
Andrücken Die Torte wird sanft beschwert Verhindert Schieflage und Zwischenräume
Kühlen Mehrere Stunden im Kühlschrank Die Buttercreme wird fest, die Torte lässt sich leichter glasieren

Der glänzende Schoko-Nuss-Mantel

Den Abschluss bildet eine Milchschokoladenglasur mit Nuss-Crunch. Fein gehackte Milchkuvertüre wird in zwei Portionen geteilt. Eine Hälfte wird vorsichtig geschmolzen, danach rührt man die restliche Schokolade ein, bis alles vollständig aufgelöst ist. Dieser einfache Temperierschritt bringt die Schokolade auf etwa 32 °C – eine Temperatur, die Glanz und einen guten Knack fördert.

Neutrales Öl, etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl, macht die Glasur flüssiger und leichter giessbar. Die gut gekühlte Torte kommt auf ein Gitter über einem Blech. Die warme Glasur wird in einer entschlossenen Bewegung über die Oberfläche gegossen und darf als glatte Schicht an den Seiten hinunterlaufen.

Solange die Oberfläche noch leicht klebt, werden geröstete gehackte Haselnüsse darübergestreut. Manche Bäckerinnen und Bäcker rühren die Nüsse lieber direkt vor dem Giessen in die Schokolade. Dadurch wird der Verlauf allerdings weniger berechenbar, und es braucht eine sicherere Hand.

„Entscheidend ist die Temperatur: Ist die Schokolade zu kühl, wird sie dick; ist sie zu heiss, läuft die Glasur zu dünn und verliert ihren Glanz.“

Warum diese Torte ideal zum Vorbereiten ist

Diese Nachspeise eignet sich nicht für einen spontanen letzten Moment. Wegen des Auskühlens, Kühlens und Zusammensetzens rät Harrecker ausdrücklich dazu, früh zu beginnen. Der Lohn dafür: Über zwei bis drei Tage gewinnt die Torte sogar noch. Der Nussboden wird durch die Feuchtigkeit der Buttercreme etwas weicher, während die Aromen zu einem runden, pralinenartigen Gesamtbild verschmelzen.

Für Gastgeberinnen und Gastgeber ist dieser Zeitplan besonders praktisch. Die Torte kann bereits am Tag vor dem Besuch fertiggestellt werden und muss vor dem Servieren nur 30 bis 40 Minuten bei kühler Raumtemperatur stehen, damit die Buttercreme gerade ausreichend weich wird.

Vom Sonntagskaffee bis zum Valentinstag

Im bayerischen Fernsehen wird diese Torte als Familienkuchen für den Sonntagskaffee gezeigt. Harrecker betont jedoch, dass sie sich unkompliziert für verschiedene Anlässe anpassen lässt. Zum Valentinstag werden die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu angeregt, Herzen oder thematische Dekorationen auf der glänzenden Oberfläche zu verteilen. Dank ihrer glatten Fläche und des Nussrands passt die Torte auch gut zu Schokoladentäfelchen, frischen Beeren oder sogar Blattgold, wenn es festlicher sein soll.

Was Bäckerinnen und Bäcker aus Grossbritannien und den USA wissen sollten

Ausserhalb Deutschlands führt die Terminologie bei Hobbyköchinnen und Hobbyköchen manchmal zu Unsicherheit. „Kuvertüre“ bezeichnet Schokolade mit einem höheren Kakaobutteranteil als gewöhnliche Tafelschokolade; sie schmilzt und erstarrt für Glasuren sauberer. Spezielle Kuvertüre ist zwar ideal, doch sorgfältig geschmolzene hochwertige Backschokolade kann sie ersetzen.

Das für die Creme verwendete Nussmus entspricht im Wesentlichen ungesüsster Nussbutter. Viele Gläser in Supermärkten Grossbritanniens und der USA enthalten jedoch zusätzlichen Zucker oder Palmöl. Für diese Torte ermöglicht die ungesüsste Variante eine bessere Kontrolle. Falls nur gesüsste Nussbutter erhältlich ist, sollte die Menge an Staubzucker etwas reduziert werden, damit die Balance erhalten bleibt.

Rezept anpassen und mögliche Risiken beachten

Weil die Torte reichlich Eier, Butter und Nüsse enthält, gibt es einige Punkte zu berücksichtigen. Menschen mit Nussallergie brauchen ein völlig anderes Rezept, denn Nüsse sind nicht bloss Dekoration, sondern die Grundlage von Boden und Füllung. Ausserdem enthält die Torte viel gesättigtes Fett und wird daher eher in kleinen Stücken zum Kaffee serviert als täglich gegessen.

Wer mit diesen Punkten gut zurechtkommt, kann einfache Anpassungen vornehmen. Für eine weniger süsse Glasur lässt sich dunkle Schokolade verwenden, oder man erhöht den Mandelanteil und verringert die Haselnüsse für einen milderen Geschmack. Menschen mit Glutenempfindlichkeit dürften schätzen, dass der Boden auf Stärke und Nüssen statt auf herkömmlichem Mehl basiert. Bei Zöliakie muss dennoch geprüft werden, ob Stärke und Schokolade zertifiziert glutenfrei sind.

Während die Supermarktregale voll von stark verarbeiteten Desserts sind, zeigt Harreckers Torte ein anderes Prinzip: ein detailliertes, aber gut umsetzbares Rezept, bewusst eingeplante Zeit für sorgfältige Arbeitsschritte und die stille Belohnung einer Torte, die am dritten Tag noch besser schmeckt als am ersten.

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Magdalena Huber

Magdalena Huber ist Kaffeeexpertin und Food-Autorin aus Wien mit besonderem Fokus auf österreichische Kaffeehauskultur, nachhaltigen Genuss und kreative Mehlspeisen. Für cafekonfetti schreibt sie über Spezialitätenkaffee, gemütliche Café-Momente und inspirierende Ideen rund um Kaffee, Kuchen und feine Alltagsfreuden.

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