Manuel Bobine stammt aus Vila Alva im Bezirk Beja und ist derzeit in aller Munde. Seit mehr als 40 Jahren wartet und repariert er in der Werkstatt „Bobine & Filhos Lda.“ Fahrzeuge und landwirtschaftliche Geräte in diesem ruhigen Ort im Alentejo.
Doch Manuel Bobine ist weit mehr als ein Mechaniker: Er ist Autodidakt. Seine Interessen reichen von Astrophysik und Mechanik bis zu Landwirtschaft und Chemie, und er hat den weltweit ersten Rotwein-Verbrennungsmotor entwickelt.
Der heute 50-Jährige begeht sein 40-jähriges Berufsjubiläum – zu anderen Zeiten begann man schon in sehr jungen Jahren zu arbeiten … – und hat nun das vollendet, was er als sein „Lebensprojekt“ bezeichnet. Zehn Jahre lang arbeitete er an einer Technologie, die Portugal von fossilen Brennstoffen unabhängig machen soll.
Rotwein als portugiesischer Biokraftstoff
Die Europäische Union setzt der Weinproduktion sehr enge Grenzen; Produktionsüberschüsse dürfen nicht an die Öffentlichkeit verkauft werden. Genau in dieser EU-Regelung erkannte Manuel Bobine seine Chance.
Im Gespräch mit Razão Automóvel erläuterte der Mechaniker aus dem Alentejo, was ihn antrieb:
„Die Bekämpfung von Verschwendung sollte für uns alle oberste Priorität haben. Überschüsse aus der Weinproduktion zu nutzen, um Portugal in Bewegung zu setzen, war meine grösste Motivation.“
So arbeitet die Rotwein-Motorentechnologie
Ausgehend vom Motor eines Renault 4L machte sich Manuel Bobine daran, einen Benzinmotor mit Otto-Zyklus in einen Rotwein-Verbrennungsmotor umzubauen.
Für das französische Modell sprachen drei Gründe: „An erster Stelle seine mechanische Einfachheit. Weil komplexe Elektronik fehlt, konnte ich den Zündzeitpunkt an die Anforderungen des Rotweins anpassen. Zudem erlaubte mir die grosse Verfügbarkeit von Ersatzteilen, verschiedene Komponenten kostengünstig zu verändern, bis ich den idealen Hub und das optimale Verdichtungsverhältnis für diesen Kraftstoff gefunden hatte“, erklärte uns der Erfinder.
Am aufwendigsten gestaltete sich die Arbeit an den Vergasern. „Wie beim menschlichen Genuss muss der Wein atmen können, damit sich sein gesamtes Potenzial ausschöpfen lässt. Deshalb habe ich eine Heizung ähnlich jener bei Dieselmotoren angepasst: Das Auto startet erst, nachdem der Wein in den Vergaserwannen geatmet hat.“ Laut Manuel Bobine erhöhte dieses Verfahren die Motorleistung um 20% und senkte die Emissionen um 21%.
Noch zwei Jahre bis zum Produktionsstart
Vorerst liegt die grösste Hürde dieser Technologie in den Ertragsschwankungen, die vom jeweiligen Wein abhängen. Für Manuel Bobine ist Wein zwar ein hervorragender Kraftstoff, doch er weist eine entscheidende Variable auf: den Alkoholgehalt.
„Der Alkoholgehalt beeinflusst nicht nur den Geschmack des Weins, sondern auch seine Leistung. In diesem Punkt liefern aufgespritete und Likörweine den besten Ertrag, schneiden aber bei der Umweltbilanz schlechter ab.“
Vor allem aus Umweltgründen fiel die endgültige Wahl auf Rotwein. Rebsorten, die Lagerdauer in Fässern und die Weinregion spielen hingegen eine weniger wichtige Rolle. Dadurch kann Wein für Kraftstoffzwecke in verschiedenen Teilen des Landes erzeugt werden.
Manuel Bobine erhält inzwischen Unterstützung von seinem Sohn Francisco Bobine. Dieser beschäftigte sich in seiner Freizeit mit der Neuprogrammierung von Motorsteuergeräten für Dieselmotoren und soll nun helfen, eine moderne Antriebstechnik an diesen Kraftstoff anzupassen.
„Wenn wir erreichen, dass das Motorsteuergerät den Alkoholgehalt des Weins analysieren kann, können wir im Tank beliebige Mischungen herstellen, denn die elektronische Fahrzeugsteuerung wird sich darauf einstellen.“
Für Manuel Bobine brachte die Arbeit gleich doppelte Genugtuung: „Ich habe nicht nur eine Lösung gegen die Verschwendung von Wein gefunden, sondern auch meinen Sohn dazu gebracht, seine amateurhaften Neuprogrammierungen von Dieselmotoren aufzugeben. Die Luftqualität in der Gemeinde hat sich enorm verbessert.“
Zum Abschluss des Interviews – das am 1. April geführt wurde – verriet Manuel Bobine noch, dass er versucht hatte, die Technologie auf Olivenöl zu übertragen. Er habe jedoch rasch erkannt, dass die Konkurrenz in Portugal dort sehr gross sei.
Einen schönen 1. April, den Aprilscherztag. Nachdem wir uns nun amüsiert haben, lest hier weiter unsere üblichen Artikel und abonniert unseren YouTube-Kanal.






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