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Porsche und Sebastian Steudtner: Das Surfbrett Caçador RS im Detail

Surfer in schwarzem Neoprenanzug reitet große Welle vor Küste mit rot-weißem Leuchtturm im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Baut Porsche das perfekte Surfbrett?
  2. Technologie im Dienst des Surfens
  3. Auf der Suche nach verlässlicheren Daten

Sebastian Steudtner ist Profisurfer, aktueller Weltrekordhalter im Surfen von Riesenwellen und seit einigen Jahren Partner von Porsche. Wie bei vielen Spitzensportlern kommt jedoch irgendwann der Punkt, an dem die Ausrüstung keine weiteren Möglichkeiten mehr bietet.

Dank der Zusammenarbeit mit Porsche wurde in den vergangenen Jahren gemeinsam an einer Lösung für dieses Problem gearbeitet. Mit Methoden, die jenen aus der Automobilentwicklung sehr ähnlich sind, schufen Porsche Engineering und Sebastian Steudtner ein sportlicheres Surfbrett: die Caçador RS.

Wir fuhren nach Nazaré, um die „Atmosphäre“ am Praia do Norte kennenzulernen, wo sich die ganze „Action“ abspielt, und Sebastian Steudtner zu treffen. Anschließend ging es zurück ins Porsche Studio in Cascais, wo das neue Surfbrett vorgestellt wurde.

Der Name „Caçador“ mag in Verbindung mit Porsche ungewohnt klingen. Bei der Abkürzung RS für RennSport ist das anders. Sie liefert zugleich den passendsten Vergleich: Dieses Surfbrett ist tatsächlich die sportlichere Version.

Baut Porsche das perfekte Surfbrett?

Um eine Riesenwelle möglichst gut hinabzufahren, braucht es die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit und Stabilität. Darin liegt die größte Herausforderung. Mit seinem bisherigen Brett lässt sich laut Steudtner schlicht keine höhere Geschwindigkeit mehr erreichen.

Gemeinsam mit Steudtner untersuchte Porsche Engineering deshalb neue aerodynamische und hydrodynamische Formen. Im Windkanal, in dem der Surfer auf dem Brett stand, ließen sich mögliche Verbesserungen erkennen. Anhand der dort gewonnenen Daten konnte Steudtner außerdem seine Körperhaltung optimieren.

Wie der aktuelle Guinness-Rekordhalter erklärt, unterscheiden sich Wellen von Straßen: Dieselbe Kurve kann man immer wieder durchfahren und dabei seine Technik verbessern. Keine zwei Wellen sind gleich, was die Entwicklung jeder Ausrüstung erschwert.

Die Form der Caçador RS sorgt jedoch auch bei höherem Tempo für mehr Stabilität. Hinzu kommen Details wie ein neuer Heckspoiler – schließlich handelt es sich um eine RS. Er wirkt ähnlich wie der Flügel eines Autos und erzeugt eine Art Abtrieb.

Vorne fällt die Neigung etwas stärker aus. Darüber hinaus besitzt die Caçador RS an der Oberseite einen Spoiler, der ebenfalls dazu beiträgt, den Widerstand zu verringern.

Nach der Präsentation waren wir neugierig, was Sebastian Steudtner mit der Caçador RS erreichen kann. Bis die Saison der größten Wellen beginnt, bleibt uns das Video seines aktuellen Rekords. Dieser wurde auf einer 26,21 Meter hohen Welle aufgestellt.

Technologie im Dienst des Surfens

Surfen ist zwar eine sehr alte Sportart und wird schon lange ernst genommen, mit besonders fortschrittlicher und präziser Technik wurde es aber bislang kaum in Verbindung gebracht. Die Entwicklung neuerer Bretter wie der Caçador RS zeigt, dass das heute nicht mehr ganz so ist. Das Beste daran: Für Porsche Engineering wird es nicht das letzte Projekt dieser Art sein.

Auch die nächste Entwicklung der Porsche-Technologietochter für den Surfsport entstand gemeinsam mit Steudtner. Das Projekt befindet sich bereits im Prototypenstadium und soll die Höhe von Wellen mit großer Genauigkeit messen.

Äußerlich handelt es sich „nur“ um eine Drohne aus der Profiserie einer der bekanntesten Marken dieser Branche. Neben den üblichen Kameras sowie Steuerungs- und Speichereinheiten erhält sie jedoch zusätzliche Komponenten: eine Reihe von Sensoren, die jenen in den Fahrerassistenzsystemen ähneln, die Porsche derzeit in seinen Modellen verbaut.

Mithilfe dieser Sensoren und Radargeräte soll die Drohne verschiedene Informationen über die Welle und den Surfer innerhalb eines Radius von 100 Metern erfassen, aufzeichnen und messen können.

Auf der Suche nach verlässlicheren Daten

Noch wird der Prototyp getestet. Porsche erklärt jedoch, dass er bereits in der nächsten Riesenwellensaison in Nazaré eingesetzt werden soll. Ab dem kommenden Herbst könnten damit Wellendaten so verlässlich erfasst werden wie nie zuvor.

Bisher erfolgten sämtliche Messungen anhand von Fotos und Videos. Manche wurden gerade deshalb nie offiziell anerkannt, weil die nötigen Mittel und die passende Technik fehlten.

Eines der vielen Beispiele im Internet ist „Big Mama“, die Welle, die der Portugiese Hugo Vau am 17. Jänner 2018 surfte. Nach den damals mit größtmöglicher Genauigkeit berechneten Messdaten war „Big Mama“ etwa 35 Meter hoch – also beinahe neun Meter höher als Steudtners Rekordwelle. Weil jedoch nur eine Videoaufnahme aus einem einzigen Blickwinkel vorlag, ließen sich diese Angaben nicht bestätigen.

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Magdalena Huber

Magdalena Huber ist Kaffeeexpertin und Food-Autorin aus Wien mit besonderem Fokus auf österreichische Kaffeehauskultur, nachhaltigen Genuss und kreative Mehlspeisen. Für cafekonfetti schreibt sie über Spezialitätenkaffee, gemütliche Café-Momente und inspirierende Ideen rund um Kaffee, Kuchen und feine Alltagsfreuden.

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